Renovierung des Gemeindezentrums

Liebe Gemeindemitglieder,

 

vor einem Monat, am ersten Märzsonntag, hatten wir wieder zu einem gemeinsamen Friedensgebet mit den christlichen Kirchen in die Synagoge eingeladen, jetzt bereits schon im dritten Jahr. Zu unserer Freude haben so viele Menschen den Weg zu uns gefunden, dass der Betraum bis auf den letzten Platz gefüllt war. Die große Resonanz, die diese Veranstaltung verzeichnen konnte, zeigt uns, wie besorgt die Menschen angesichts der vielfältigen schrecklichen und gefahrvollen Ereignisse in der Welt sind und wie wichtig es ist, Augenblicke der Besinnung und des Nachdenkens zu schaffen und über Religionsgrenzen hinweg miteinander um G´ttes Beistand und Hilfe zu flehen. Auch im nächsten Jahr wollen wir wieder an dem gemeinsamen Gebet festhalten.

 

Dieser Tage hat uns eine erfreuliche Nachricht von der Stadt Freiburg erreicht. In ihrer Beschlussfassung vom 14. Februar 2017 haben die Mitglieder des Freiburger Gemeinderates einstimmig einen Zuschuss in Höhe von 640.000 Euro zum Zweck der Sanierung und Modernisierung unseres Gemeindezentrums genehmigt. Dieser Betrag wird der IRG Baden in den kommenden vier Jahren in einer jährlichen Rate à 160.000 Euro überwiesen. Somit ist der IRG Baden die Aufgabe übertragen worden, die Sanierungsarbeiten unseres Gemeindezentrums durchzuführen, d. h. die jeweiligen Handwerkerbetriebe zu bestellen und die anfallenden Kosten zu übernehmen. Der Grund für diese Regelung ist, dass die Israelitische Gemeinde Freiburg letztendlich ein entschuldetes, von Hypotheken freies und saniertes Gemeindezentrum von der IRG Baden übereignet bekommt. Das bedeutet auf der anderen Seite, dass für zukünftige Reparaturen und Sanierungen die Gemeinde selbst verantwortlich ist. Deshalb müssen wir von nun an aus den Zuschüssen, die die Gemeinde vom Land Baden-Württemberg erhält, Rücklagen für alle später anfallenden Instandsetzungsarbeiten bilden. Nach langwierigen und mühevollen Verhandlungen ist es nun endlich meinen Vorstandskollegen und mir gelungen, die notwendigen finanziellen Mittel zur Sanierung unseres Hauses verfügbar zu machen. Danken möchte ich in diesem Zusammenhang besonders dem Ersten Bürgermeister Otto Neideck und dem Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach, die uns beide nach Kräften unterstützt haben. Ebenfalls zu Dank verpflichtet sind wir der IRG Baden mit ihrem Vorstand Rami Suliman und dem Geschäftsführer Torsten Orgonas.

 

Nach der Bereitstellung der städtischen Mittel Mitte der 1980er Jahre zum Bau des Gemeindezentrums mit  Synagoge in Höhe von rund einer halben Million Euro erhält die IRG Baden (Oberrat) nun erneut einen nicht unbedeutenden Betrag aus dem städtischen Finanzhaushalt zur Renovierung. Mit diesen Geldzuweisungen sind allerdings einige Auflagen verknüpft. So kann das Gebäude nicht an Dritte veräußert werden und seine Nutzung darf nur religiösen und kulturreligiösen Zwecken dienen. Veranstaltungen und Tätigkeiten im Gemeindezentrum, die einen Gelderwerb (Profit) zum Ziel haben, sind grundsätzlich nicht erlaubt.

 

Freuen wir uns also auf die nun anstehende Erneuerung unseres Gemeindezentrums und hoffen wir, dass nach Abschluss aller notwendigen Sanierungsarbeiten unser religiöses und kulturelles Gemeindeleben sich umso schöner entfalten kann.

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