Mittwoch, den 27. August 2014

Roswitha Strüber

 

Für die Rückreise am Mittwoch war eine längere Unterbrechung in Erfurt eingeplant. Sie war vorgesehen für eine Stadtführung durch die thüringische Landeshauptstadt, die sich in den letzten Jahren zu einer sehr attraktiven Metropole entwickelt hat. In gut zwei Stunden machte die Stadtführerin mit ihrem reichen Wissen die Teilnehmer mit besonders interessanten und markanten Sehenswürdigkeiten der Stadt bekannt. So führte der Rundgang vom Domplatz mit den beiden mächtigen, den Platz beherrschenden Kirchen St. Marien (Dom) und St. Severi zum Waidspeicher, der zur Lagerung der Blätter von der Waidpflanze diente, aus denen der für Erfurt typische blaue Farbstoff gewonnen wurde.

 

Weiter ging es vorbei am Märchenbrunnen mit den Bremer Stadtmusikanten zum Haus zum Sonneborn, dessen prächtiges Portal aus dem 16. Jahrhundert sehr schön erhalten ist. Als Hochzeitshaus und Standesamt bietet das Gebäude einen geeigneten Rahmen. Über die Marktstraße wurde der Fischmarkt mit Rathaus und Gildehaus erreicht, beides reich verzierte Bauwerke aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Nicht weit entfernt davon die Krämerbrücke, eines der Wahrzeichen der Stadt. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert uns ist durchgehend auf beiden Seiten von schmalen Häusern mit Wohnungen und kleinen Geschäften gesäumt.

 

    

 

    

 

    

 

Am Ende des Rundgangs stand der Besuch der Kleinen Synagoge von 1840, des ersten jüdischen Gotteshauses in Erfurt nach fast 500 Jahren. Es besaß einen großen Betsaal mit Thoraschrein, eine Frauenempore, eine Wohnung für einen Gemeindeangestellten und im Untergeschoß eine Mikwe. Nur 40 Jahre später war das G´tteshaus für die Gemeinde zu klein. An anderer Stelle, am Kartäuserring, wurde eine neue, größere Synagoge gebaut. Nach mehrfachem Besitzerwechsel konnte 1998 die "Begegnungsstätte Kleine Synagoge" eröffnet werden, die heute durch vielfältige kulturelle Veranstaltungen bemüht ist, eine Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden weiter zu befördern.

 

   

 

    

 

Mit herzlichem Dank und Applaus für ihre engagierten und lebendigen Erläuterungen wurde die Stadtführerin verabschiedet und die Heimreise angetreten.

 

Mit der Rückkehr am späteren Abend in Freiburg endete für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studienfahrt eine erlebnisreiche, von vielen neuen Eindrücken geprägte Reise. Sicherlich nicht immer frei von körperlicher und vor allem emotionaler Beanspruchung vermittelte die Exkursion allen Mitreisenden unvergessliche Erfahrungen. Allen, die diese Fahrt ermöglicht haben, einen ganz herzlichen Dank. Ganz besonders aber Elik Roitstein, der im Vorfeld ein anspruchsvolles Besuchsprogramm erarbeitet und dieses auch mit unerschütterlicher Ruhe und Humor konsequent durchgeführt hat.