9. Mai etwas anders

Dimitri Tolkatsch

 

Am 9. Mai, dem alten sowjetischen Feiertag des Sieges über Nazideutschland, konnten unsere Gemeindemitglieder Zeugen eines neuen Zugangs zu diesem Jahrestag werden. Ihnen wurde eine Auführung mit Liedern der Kriegszeit dargeboten und solchen Liedern, ohne die das Gedenken an den Krieg und dessen Opfer undenkbar ist. Obwohl die Aufführung fast vollständig ehrenamtlich organisiert worden war, fand sie doch auf hohem Niveau statt. Und das kam nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass viele Teilnehmer professionelle Künstler waren. Dem Leiter Arkadi Kleiman ist es gelungen, außer dem Gemeindechor, Lisa Oulnik und die den Gemeindemitgliedern bereits bekannte Natalia Basina, aber auch den Pianisten Romeo Knöbel und den Opernsänger Wolfram Mayer zu engagieren. Dieser spendete den Großteil seiner Gage der Gemeinde, alle anderen beteiligten sich ehrenamtlich. Die Schauspielerin Evgenia Knöbel-Berezovskaya und Kirill Berezovsky spielten die Mutter, die auf ihren Sohn wartet, und den Sohn an der Front überzeugend und berührend, sodass man bei so manchem Zuschauer noch Tränen in den Augen sehen konnte, als am Ende das Licht anging.

Die sehr guten Rückmeldungen über diese Aufführung erreichten auch andere Gemeinden und nach mehrmaligen Bitten einer erneuten Aufführung seitens unserer Gemeindemitglieder und auch des neuen Landesrabbiners Moshe Flomenmann wurde beschlossen, die Aufführung in einer angepassten Fassung am 24. Juni zum Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion zu wiederholen und auch Mitglieder anderer Gemeinden dazu einzuladen.

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