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Roswitha Strüber

 

Eigene Erfahrungen und Erlebnisse, die er seiner mehrjährigen Tätigkeit als Zahnarzt in einer Berliner Praxis verdankt, inspirierten Leo Khasin bei der Entwicklung des Drehbuchs zu seinem Debütspielfilm "Kaddisch für einen Freund". Ein 14-Jähriger, der mit seiner palästinensischen Familie in Deutschland nur geduldet ist, wird erwischt, als er mit Freunden in Berlin die Wohnung eines aus Russland emigrierten Juden verwüstet. Um der Abschiebung zu entgehen, muss er bei der Renovierung helfen. In der konfliktbeladenen Begegnung zwischen dem 84-jährigen Einwanderer Alexander und dem jungen muslimischen Asylanten Ali greift Khasin ein gesellschaftlich hoch brisantes Thema auf, das aufgrund überzeugender Schauspielerleistungen der beiden Protagonisten und dank einer sensiblen, unprätentiösen dramaturgischen Erzählweise zu einer ernsthaften und politisch ambitionierten Auseinandersetzung mit Fragen wie Schuld, Vergebung, Vorurteile und Ressentiments erwächst. Gerade diese Themenfelder sind es, die diskutiert werden müssen in einem Dialog zwischen den Generationen und zwischen unterschiedlichen Kulturen. Leo Khasin bietet mit seiner Filmgeschichte einen gelungenen Ansatz für eine vertiefende Reflektion dieser problematischen Fragestellung. Deshalb wäre es mehr als wünschenswert, dass "Kaddisch für einen Freund" einen vorrangigen Platz einnehmen würde in der schulischen wie auch in der außerschulischen Bildungsarbeit. Dieser Film ermöglicht es Lehrern, Referenten und Schülern gleichermaßen, gesellschaftliche und kulturelle Prozesse in anschaulicher Weise zu erleben und das persönliche Verhalten und die eigenen Handlungsweisen zu analysieren.

 

Die Israelitische Gemeinde veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem Friedrichsbau am Sonntag, den 20. Mai 2012 um 14.30 Uhr im Kino Friedrichsbau, Kaiser-Joseph-Str. 268 in Freiburg eine Vorführung dieses Films, der eigens für diese Veranstaltung eine russische Untertitelung erhielt. Der Regisseur war persönlich bei der Vorführung anwesend und diskutierte in einer lebhaften und ergreifenden Aussprache mit den ca. einhundertsechzig anwesenden Zuschauern.

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