a:2:{s:4:"unit";s:2:"h1";s:5:"value";s:15:"Rückblick 2012";}

Blicken wir auf das Jahr 2012 zurück, so stellen wir fest, dass es durch die Bewältigung größerer Aufgaben, aber auch durch eindrucksvolle Veranstaltungen und Feste bestimmt war. Die ersten Monate des vergangenen Jahres 2012 waren geprägt durch die Auswirkungen der organisatorischen Veränderungen in der Israelitischen Gemeinde, bis dann im März die abschließenden juristischen Fragen geklärt werden konnten. In der Gemeindeversammlung im Februar wurden die anstehenden Fragen offen besprochen und mit den Mitgliedern der Gemeinde diskutiert. So konnte eine durch die Versammlung getragene zukünftige Arbeitsweise festgelegt werden.

 

Personelle Veränderungen

Im Laufe des Jahres 2012 gab es zwei personelle Veränderungen. Zum einen ist Herr Thomas Becker seit September nicht mehr für die Gemeinde tätig, und zum anderen arbeitet seit dem 1. September Herr Yaroslav Yakubov bei uns. Als jüdischer, in Israel ausgebildeter Koch hat er die Verantwortung in der Küche unseres Gemeindezentrums übernommen und wird ab 2013 auch für die Kindertagesstätte der Israelitischen Gemeinde kochen.

 

Feier- und Gedenktage

Die Feiertage im Jahreslauf wurden entsprechend der jüdischen Tradition gefeiert, ebenso die Gedenktage wie beispielsweise den 9. Mai. Neben der Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof wurde an diesen Tag auch im Jüdischen Gemeindezentrum erinnert.

Wie in den vergangenen Jahren gedachten der Vorstand der Israelitischen Gemeinde und Rabbiner Radbil an dem von der Stadt Freiburg eingerichteten Mahnmal am Hauptbahnhof der deportierten Freiburger Juden, die am 22. Oktober 1940 mit Zugtransporten in das französische Konzentrationslager Gurs geschafft wurden und in dem viele von ihnen den Tod fanden.

Am Abend des 8. Dezembers 2012 begann das Lichterfest Chanukka. Nach einem kurzen Abendg-ttesdienst wurde in der Synagoge die erste Chanukka-Kerze von Herrn Gernot Erler (MdB) angezündet, den die Gemeinde an diesem Abend in ihren Reihen begrüßen konnte. Im Anschluss an die feierliche Zeremonie waren alle Besucherinnen und Besucher zum Konzert von Marina Kalmykova & Igor Hohlovkin eingeladen. Sie boten einen musikalisch-poetischen Abend mit Werken Dichter jüdischer Herkunft wie Mandelstamm, Pasternak, Brodsky, Kirsanow, Aschkenazi, Desnos u.a. an. Am darauffolgenden Sonntag fand das traditionelle Chanukka-Kinderfest statt, an dem bei einem reichhaltigen Programm über dreißig Kinder mit ihren Familien teilnahmen. Ein weiterer Höhepunkt folgte am Montag mit dem Chanukka-Ball, an dem Boris Rosenthal aus Berlin mit seiner Band auftrat. Ergänzt wurde das Programm durch Auftritte von Tänzerinnen der Tanzgruppe Sulamitha, der israelischen Volkstanzgruppe der Gemeinde und des Gemeindechors unter der Leitung von Vladislav Belinskiy.

Beratung

Seit Herbst des Jahres 2011 finden regelmäßig Sprechstunden der Sozialarbeiterin, Frau Elena Miller, statt, die stark besucht werden. Dabei ist es für uns alle besonders von Vorteil, dass Frau Miller gebürtig aus Russland stammt und somit über entsprechende Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen verfügt. Diese Fähigkeiten erleichtern ihr den Zugang zu den russischsprachigen Gemeindemitgliedern. Zwischenzeitlich ist die Beratung von Frau Elena Miller ein qualifiziertes Hilfsangebot geworden, auf das nicht mehr verzichtet werden kann.

 

Gruppenangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Neben den zahlreichen Gruppenangeboten für Erwachsene fanden im Laufe des Jahres auch regelmäßige Treffen für Kinder und Jugendliche statt, so z. B. im Jugendzentrum Ekew. Hier kommen die Kinder und Jugendlichen an jedem zweiten Sonntag im Monat zusammen. Die Angebotspalette umfasste Theater- und Musikworkshops, aber auch den Umgang mit den neuen Medien. Beispielsweise wurde in der Woche nach Schawuot der Computerraum der Gemeinde in ein kleines Filmstudio verwandelt. Im Workshop: "Achtung- Kamera Aktion" entstanden die Trickfilme "Arche Noah" (7 Minuten) und der "Auszug aus Ägypten" (4 Minuten). Zu Feiertagen wie Chanukka gab es für die Kinder und Jugendlichen besondere Angebote, so beispielsweise den jährlich regelmäßig stattfindenden Chanukka-Workshop.

Daneben nahmen Kinder und Jugendlichen unserer Gemeinde an verschiedenen Wettbewerben teil. Beispielsweise fand am 17. und 24. Juni 2012 in der Jüdischen Gemeinde Stuttgart der Karl-Adler-Musikwettbewerb für Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 25 Jahren statt, an dem ca. 150 Kinder teilnahmen.

Unsere Kinder aus Freiburg erhielten sieben Preise:

  • 2 erste Preise
  • 2 zweite Preise
  • 3 Förderpreise.

 

Kindertagesstätte

Die Vorbereitungen für die Einrichtung einer Kindertagesstätte für Kinder aus unserer Gemeinde sind weiter fortgeschritten. Voraussichtlich im Mai 2013 wird das Jugendhilfswerk in Freiburg in Kooperation mit der Israelitischen Gemeinde Freiburg in einem mehrstöckigen, renovierten historischen Gebäude in der Kantinenstraße eine Kindertagesstätte (KITA) eröffnen. In der KITA werden zunächst dreißig Plätze geschaffen, darunter zehn für Kinder unter drei Jahren; bei der Belegung hat die Israelitische Gemeinde Vorrang. Die koscheren Backwaren werden für die Kinder der Tagesstätte, wie auch im Übrigen für die Gemeinde, von unserem Kooperationspartner, der Bäckerei Lienhart gefertigt.

 

Kulturelle Angebote

Im Sinne der Satzung der Gemeinde wurden im Bereich der Kultur verschiedene Veranstaltungen geplant und durchgeführt:

  • Filmclub (monatlich),
  • Konzerte (neben klassischen Konzerten auch z.B. von Tango bis Klezmer oder Jerusalem of Gold u.a.)
  • Comedyabende unter dem Motto "Lachen wir doch zusammen"
  • Theaterabende

Die Angebote wurden i. d. R. mit großem Erfolg angenommen, d. h. zwischen 100 und 150 Personen sowohl aus der Gemeinde als auch Gäste konnten begrüßt werden.

Neben der Fotoausstellung von Sadegh Miri "Perfect Moments" im jüdischen Gemeindezentrum trat die Gemeinde auch als Kooperationspartner auf bei der Ausstellung "Tschernobyl. Expeditionen in ein verlorenes Land" im Augustinermuseum und bei den Ausstellungen "Anne Frank und ihre Familie / Kinder im Versteck" in der Freien Waldorfschule.

Zur Vorführung des Films „Kaddisch für einen Freund“ im Friedrichsbau mit dem Regisseur, Leo Khasin, der zum Filmgespräch zur Verfügung stand, konnten ca. 160 Besucherinnen und Besucher aus der Gemeinde begrüßt werden.

Erwähnt werden muss noch die erste Schachmakkabiade der jüdischen Gemeinden Badens am 17. Juni. Zu diesem Turnier hatte der Schachclub unserer Gemeinde Mannschaften aus allen jüdischen Gemeinden Badens eingeladen. Es kamen Schachspieler aus Baden-Baden, Karlsruhe, Pforzheim, Rottweil, Emmendingen und Lörrach angereist.

Zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur in Freiburg lud die Gemeinde zum Aktionstag am 2. September ein und bot ein interessantes und vielfältiges Programm an. Neben Führungen innerhalb der Synagoge und Vorträgen zum Judentum bot die Fotoausstellung "Israel - eine zeitlose Faszination" Eindrücke über das Land Israel und einige seiner historisch und kulturgeschichtlich interessantesten Stätten und sprach wirtschaftliche sowie sozialpolitische und realpolitische Problemstellungen an. Eine weitere Führung fand anlässlich des Besuchs des Alten Jüdischen Friedhofs an der Elsässerstraße statt. Hier wurde mit dem Aufsuchen der Grabstätten an jüdische Familien, die in Freiburg ansässig waren und das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in der Stadt mitgeprägt haben, erinnert. Der musikalische Abschluss des Tages mit zwei Konzertdarbietungen bedeutete einen weiteren Höhepunkt.

Podiumsdiskussion zur Thematik "Beschneidung“

Vor mehr als einhundert Zuhörerinnen und Zuhörern beteiligte sich die Vorstandsvorsitzende der Israeltischen Gemeinde Freiburg, Frau Irina Katz, am 20. September 2012 an einer öffentlichen Podiumsveranstaltung im Rahmen der Reihe "Bei Andreae" in der Jackson Pollock Bar des Freiburger Stadttheaters zum Thema "Beschneidung". In ihren verschiedenen Beiträgen erklärte Frau Katz die religiösen und kulturhistorischen Wurzeln des Beschneidungsritus im Judentum und betonte die Notwendigkeit, gesetzliche Regelungen zu schaffen, die dem gläubigen Juden gestatten, seine religiösen Verpflichtungen zu erfüllen.

Jüdische Kulturtage in Freiburg

Die jüdischen Kulturtage in Freiburg "…dem Leben zugewandt" fanden in der Zeit vom 20.10. bis 4.11.2012 statt und stellten ein umfangreiches und interessantes Programm vor. Einige der Programmpunkte wurden im Gertrud-Luckner-Saal des Jüdischen Gemeindezentrums angeboten. Eröffnet wurde die Reihe im Paulussaal mit einem Konzert von Svetlana Portnyansky “Kol HaNeshama”. Regen Zuspruch fand das Angebot "Nacht der offenen Synagoge" das jeweils über 200 Interessierte mit großem Interesse annahmen. Weitere Konzerte, Filmvorführungen, Lesungen und Vorträge rundeten das Programm ab. Die Schlussveranstaltung fand am 4. November im Gertrud-Luckner-Saal mit der Uraufführung der "Haus-Psalmen" von Gilead Mishory  statt.

 

25 Jahre Synagoge Freiburg

Unsere Synagoge konnte im vergangenen Jahr das 25-jährige Bestehen feiern. Aus diesem Anlass fand am 4. November ein Festakt statt, zu dem wir zahlreiche Gäste begrüßen konnten. In den Grußworten gaben der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland und der Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland ihrer Freude über dieses Jubiläum Ausdruck. Alle Redner des Tages - der Oberbürgermeister der Stadt Freiburg, der Domkapitular der Erzdiözese Freiburg, der stellvertretende Dekan des Evangelischen Dekanats Freiburg und der Vorstand des Caritasverbandes Freiburg-Stadt e.V. schlossen sich an und überbrachten ihre Glückwünsche. Die Gemeindemitglieder Elena Korotine, Dr. Peter Wallach, Maria Vinokurowa und David Weiss sprachen von Ihren Erlebnissen als Mitglieder dieser Gemeinde. Den Festvortrag hielt Dr. Barbara Henze zur „Geschichte der Synagoge in Freiburg“. Nach der Begrüßung durch den Gemeinderabbiner führte die Vorstandsvorsitzende Irina Katz durch die Veranstaltung. Feierlich umrahmt wurde der Festakt durch den Synagogenchor Basel.

Der anschließende Empfang bot den Gästen Gelegenheit zum Gespräch und Austausch.

Am 5. November konnten die Gemeindemitglieder anlässlich des Jubiläums ein Gemeindefest mit vielfältigem Programm feiern.

 

Vertretung der Gemeinde beim Oberrat

Die Vorstandsvorsitzende der Gemeinde Frau Irina Katz wurde auf der Sitzung des Oberrats der IRG Baden am 4. November 2012 in den erweiterten Vorstand der IRG Baden gewählt.

 

Renovierungsarbeiten im Jüdischen Gemeindezentrum

Die Renovierungsarbeiten machten zum Ende des Jahres Fortschritte. So konnte vor Rosh HaSchana die Mikwe weitgehend fertiggestellt werden und wartet jetzt nur noch auf Zustimmung des verehrten Herrn Rabbiners Posen aus Jerusalem, eines Experten für Mikwebauten. Wir freuen uns schon auf seine endgültige Koscherdeklarierung und hoffen recht bald wieder den Mikwebetrieb aufnehmen zu können.

Die Aufzugsrenovierung bringt viele gute Neuigkeiten. Zum einen fährt der Aufzug nun bis zur Frauenempore und hält auch auf der Ebene der Bibliothek, sodass nun ein barrierefreier Zugang zu allen Etagen der Synagoge gewährleistet ist. Eine weitere Neuerung ist aber, dass der Aufzug nach der Renovierung eine Shabbatfunktion erhalten hat. Was bedeutet dies? An Schabbat fährt der Aufzug automatisch permanent von oben nach unten und umgekehrt, ohne dass der Aufzug betätigt werden muss. Die Türen werden automatisch an jeder Haltestation geöffnet und geschlossen, der Aufzug hält auf jeder Etage automatisch an. Im Zuge dieser Renovierung wird noch mit einer weiteren Tür ein direkter Zugang zur Sukka geschaffen. Sie führt direkt vom hinteren Aufzug (im Wohnteil des Gebäudes) ohne Treppen und Stufen auf die Sukkaterrasse. So können im nächsten Jahr alle Besucherinnen und Besucher ohne Mühe und beschwerlichen Aufstieg an den Feiern in der Sukka teilnehmen.

 

Homepage

Als wichtiger Bestandteil der Mitteilungen an unsere Gemeindemitglieder hat sich im vergangenen Jahr unsere Homepage etabliert. Durch sie soll eine schnelle und grundlegende Information unserer Gemeindemitglieder gewährleistet werden.

Zurück