Schachmakkabiade der jüdischen Gemeinden Badens

  Man sagt „zwei Juden – drei Meinungen“. Vielleicht hätte das bei der Organisation der ersten Schachmakkabiade Badens am 17. Juni als Warnung dienen sollen. Zu diesem Turnier hatte der Schachclub unserer Gemeinde Mannschaften aus allen jüdischen Gemeinden Badens eingeladen. Es kamen Schachspieler aus Baden-Baden, Karlsruhe, Pforzheim, Rottweil, Emmendingen und Lörrach angereist. Die Mannstärke der Mannschaften war sehr unterschiedlich: Während Baden-Baden durch zwei Mannschaften vertreten war, mussten die Spieler aus Emmendingen, Lörrach und Rottweil zusammengeschlossen werden, um eine vollzählige Mannschaft bilden zu können. Insgesamt nahmen über 60 Spieler am Turnier teil. Manche Spieler hatten schon Turniererfahrung oder waren erfahrene Schachspieler, für andere war es ihr erstes Turnier. Da wundert es nicht, dass es erst einmal seine Zeit und einige hitzige Diskussionen brauchte, bis die Spielmodalitäten geklärt waren und die Partien beginnen konnten.

  Erst als der aus Karlsruhe angereiste Schiedsrichter Dr. Efim Brants das Kommando zum ersten Zug gab, kehrte plötzlich Ruhe im Gemeindesaal ein. Alle Aufregung war mit einem Mal verflogen und das Einzige, was man vernehmen konnte, war das Knipsen der Schachuhrknöpfe und das Klopfen der Schachfiguren auf die -bretter.

  Nachdem alle Mannschaften gegeneinander gespielt hatten, stand das Endergebnis fest: die als Favorit angereiste erste Mannschaft aus Baden-Baden gewann alle Runden und belegte den ersten Platz, gefolgt von Karlsruhe auf dem zweiten und Freiburg auf dem dritten Platz. Leider musste die Karlsruher Mannschaft ohne ihren Kapitän, den Großmeister Vladimir Gurevich auskommen, und so fand das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Karlsruhe und Baden-Baden I nicht statt.

  Die Schachmakkabiade war das erste vergleichbare Ereignis dieser Größenordnung in unserer Gemeinde und verlangte den Organisatoren Einiges an Planungs- und Improvisationsvermögen ab. Die dabei gesammelte Erfahrung wird aber bei weiteren Veranstaltungen dieser Art sicher von Nutzen sein. Die nächste Schachmakkabiade wird aller Voraussicht nach im nächsten Jahr von der Baden-Badener Gemeinde ausgerichtet werden und auf den Erfahrungen des Freiburger Turniers aufbauen können.

Nr. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 Punkte Platz
1 Baden-Baden I   2 2 2 2 2 10 1
2 Lörrach/Emmendingen/Rottweil 0   0 0 2 0 2 5
3 Karlsruhe 0 2   2 2 2 8 2
4 Freiburg 0 2 0   2 2 6 3
5 Pforzheim 0 0 0 0   0 0 6
6 Baden-Baden II 0 2 0 0 2   4 4

Bei der Punktezuteilung wurde den Mannschaften für einen Sieg 2 Punkte, für ein Unentschieden 1 Punkt und für eine Niederlage 0 Punkte vergeben.

Die besten Spieler des Turniers am jeweiligen Brett waren:

am 1. Brett: Herr Cofman (Karlsruhe) mit 5 Punkten

am 2. Brett: Martin Hartmann (Pforzheim) mit 4 Punkten

am 3. Brett: Leonid Verni (Baden-Baden I) mit 5 Punkten

am 4. Brett: Konstantin Peljavin (Baden-Baden I) mit 5 Punkten

am 5. Brett: Eduard Frommberg (Baden-Baden I) mit 5 Punkten

am 6. Brett: Arkady Titiner (Baden-Baden I) und Leo Melnik (Freiburg) mit 4,5 Punkten

am 7. Brett: Arnold Zubkov (Baden-Baden I) mit 4 Punkten

am 8. Brett: Olga Weis Baden-Baden I) mit 4 Punkten.

 

In diesem Fall bekamen die Spieler für einen Sieg 1 Punkt, für ein Unentschieden 0,5 Punkte und für eine Niederlage 0 Punkte.

Zurück