Eröffnung der Kindertagesstätte "Shalom" am 22. Oktober 2013

Roswitha Strüber

 

Nach intensiven Planungsarbeiten, denen lange und gründliche Vorgespräche vorausgegangen waren, wurde die Kindertagesstätte "Shalom" im Oktober 2013 in der Kantinenstraߟe 10 in Freiburg offiziell eröffnet. Sie ist ein Kooperationsprojekt der Israelitischen Gemeinde mit dem Jugendhilfswerk Freiburg e.V., dessen Geschäftsführer Herr Carlos Marí die Ideen der Israelitischen Gemeinde um die Gründung der Kita in jeder Hinsicht engagiert und mit groߟer Offenheit mitgetragen hat. Ihm gilt schon jetzt ganz besonderer Dank für all seine Bemühungen. Ein Dank gilt auch der Stadt Freiburg, die sehr schnell als kompetente Fürsprecherin in der Person von Frau Bürgermeisterin Gerda Stuchlik gewonnen werden konnte.

 

Mit der Eräffnung der Kita erfüllt sich für die Israelitische Gemeinde Freiburg ein lang gehegter Wunsch. Denn mit ihr kann den Gemeindemitgliedern eine Kindertagesstätte angeboten werden, in der sie die Möglichkeit bekommen, die Vorstellungen von einer spezifisch jüdischen Betreuung und Erziehung ihrer Kinder zu verwirklichen. Eigene traditionelle jüdische Lebensformen können ebenso Eingang finden in den Alltagsablauf der Kindertagesstätte wie auch elementare religiöse und kulturelle Abläufe. Diese besondere jüdische Ausrichtung der Kita wird allerdings nicht als eine Möglichkeit der Abgrenzung verstanden. Vielmehr ist beabsichtigt, so einen neuen Weg zu beschreiten, auf dem sich Toleranz, gegenseitiges Verständnis und zwischenmenschliche Kommunikation entwickeln können, die vor den verschiedenen Religionen und Ethnien nicht Halt machen. In der Gemeinschaft einer offenen pädagogischen Einrichtung erhofft und wünscht sich die Gemeinde, dass Anders sein nicht automatisch Trennung bedeutet und jüdisches Leben als eine Normalität erfahren wird.

 

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Die neue Kita ist die erste eigenständige Bildungseinrichtung einer jüdischen Gemeinde in Südbaden seit 1945. Sie steht allen Kindern aus dem Stadtgebiet offen und die Israelitische Gemeinde Freiburg belegt je nach Bedarf die Plätze nach vorheriger Absprache mit dem Jugendhilfswerk Freiburg. Zudem gibt es eine Kooperation mit der Universität Freiburg bei der Belegung freier Plätze. Dr. Graumann, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, hat die Gründung dieser Einrichtung und ihre pädagogisch-religiöse Konzeption ausdrücklich begrüߟt.

 

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Die feierliche und offizielle Eröffnung der Kindertagesstätte erfolgte am Dienstag, den 22. Oktober 2013 um 15 Uhr. Zu der kleinen Feierstunde waren zahlreiche Gäste in die Kita gekommen. Neben Eltern und Groߟeltern der Kinder nahmen viele Persönlichkeiten aus dem politischen und gesellschaftlichen Leben der Stadt teil. Oberbürgermeister Dr. Salomon, der in Begleitung von Bürgermeisterin Gerda Stuchlik und den Stadträten Pia Maria Federer (Die Grünen) und Martin Kotterer (CDU) gekommen war, zeigte sich von dem Konzept der Einrichtung überzeugt und wünschte der Kita in seinem Gruߟwort ein fruchtbares Wirken. Rabbiner Radbil sprach die Hoffnung aus, dass die Idee, die hinter der Kita steht und sich auch in ihrem Namen "Shalom" dokumentiert, ein kleiner Schritt sein wird auf dem Weg zu einer friedvolleren Welt. Ebenso äußerten Irina Katz, Vorstandsvorsitzende der Israelitischen Gemeinde, und die Kita-Leiterin Frau Werner, ihre Zufriedenheit über die Realisierung der neuen Einrichtung mit ihren pädagogischen und interkulturellen Möglichkeiten. Herr Gruler, Vorstandsvorsitzender des Jugendhilfswerkes, hatte zuvor die Begrüßung der Anwesenden übernommen und auf das abwechslungsreiche Programm des Nachmittags hingewiesen, in dem die Kindergartenkinder tanzten und musizierten, Frau Elizaveta Belinskaya mit ihrem Cello zur musikalischen Gestaltung des Nachmittags beitrug und das jüdische Puppentheater "€žBubales"€œ aus Berlin mit seinem Stück "€žShlomo und sein humorloses Schaf Mendel"€œ viel Freude bereitete.

 

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Obwohl die Kindertagesstätte erst am 22. Oktober feierlich eröffnet wurde, hatte sie bereits schon im Mai 2013 ihre Pforten geöffnet und als Ganztageseinrichtung die Arbeit aufgenommen. 50 Kinder haben seitdem dort einen Platz bekommen und werden in drei Gruppen betreut. Es fehlte lediglich noch der Name der Kita, der aber anlässlich der offiziellen Einweihung vergeben wurde. Er lautet "€žKita Shalom"€œ und hat bei allen Verantwortlichen einmütige Zustimmung ausgelöst. Denn Shalom -€“ Frieden - ist letztlich das Ziel, um das sich täglich immer aufs Neue bemüht werden muss.

 

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