Europäischer Tag der Jüdischen Kultur 2013 - 5774 in Freiburg

29. September 2013

 

Roswitha Strüber

 

Mit einem breit gefächerten Programm, das sich über den gesamten Tag hin erstreckte, beging die Israelitische Gemeinde Freiburg am 29. September auch im Jahr 2013 den Europäischen Tag der Jüdischen Kultur. Für den Vorstand wie auch für die ganze Gemeinde ist die Gestaltung dieses Aktionstages ein wichtiges und bedeutsames Anliegen. Die Vorstandsvorsitzende Irina Katz betonte denn auch in ihren einleitenden Worten zur Eröffnung der Veranstaltungen: „Auch in diesem Jahr reiht sich die Israelitische Gemeinde von Freiburg ein in die große Zahl der Jüdischen Gemeinden und Organisationen in Deutschland und in fast 30 Ländern Europas, die den Europäischen Tag der Jüdischen Kultur begehen. Die Organisatoren, die vor 14 Jahren diesen Aktionstag ins Leben gerufen haben, verbanden damit die Absicht und den Wunsch, die so facettenreiche Jüdische Kultur einer breiten Bevölkerung bekannt zu machen. Darstellende Künste, Musik, Literatur in all ihren unterschiedlichen Ausprägungen sind ein ganz wesentlicher und unverzichtbarer Teil Jüdischen Bewusstseins und Lebens. Jüdische Künstler und Intellektuelle haben zu allen Zeiten die Gesellschaften in vielen Ländern beeinflusst und bereichert. Die Israelitische Gemeinde Freiburg möchte am heutigen Tag diesen Gedanken mittragen und hat ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm erarbeitet. Wir wünschen uns sehr, mit unseren Angeboten möglichst viele Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Freiburg und Umgebung erreichen zu können.“

Schwerpunkt des Freiburger Aktionstages, und damit wurde das diesjährige Leitthema "Jüdische Kultur und Natur" unmittelbar aufgenommen, war der Vortrag von Stadträtin Pia Maria Federer, die das Projekt "Memorandum of Understanding" der Stadt Freiburg vorstellte. Das Memorandum beinhaltet eine intensive Zusammenarbeit mit der israelischen Stadt Tel Aviv auf der Basis von konkreten Vereinbarungen auf kommunalpolitischen Themenfeldern wie Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien, Verkehrsplanung, Schule und Kultur. Anschließende Fragen aus dem Kreis der Zuhörer wurden auch von den beiden anwesenden Mitgliedern des Stadtrates der Stadt Freiburg Lioba Grammelspacher und Nikolaus von Gayling kompetent beantwortet.

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Ergänzt wurde das Referat durch einen sachkundigen Lichtbildervortrag über Israel von Johannes Rainer, ehemaliger Vorsitzender des Freundeskreises Freiburg - Tel Aviv und Initiator der Freiburger Bürgerreisen dorthin.

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Am späteren Nachmittag eröffnete Irina Katz im Jüdischen Gemeindezentrum eine Ausstellung mit Gemälden des jüdischen Künstlers und Oberkantors Shmuel Blumberg (geb. 1911 im polnischen Lódz, gest. 1998 in Konstanz). In Anwesenheit von Kultur- und Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach führte die Vorstandsvorsitzende kurz in die Lebensgeschichte der bemerkenswerten Künstlerpersönlichkeit ein und zeigte sich erfreut darüber, dass diese Ausstellung mit Unterstützung der Konstanzer Galerie Ernst in Freiburg realisiert werden konnte. Denn neben seiner Malertätigkeit war Shmuel Blumberg nach einer Kantorenausbildung in Jerusalem zeit seines Lebens als Kantor tätig, mehrere Jahre auch in der Freiburger Gemeinde, die er von seiner Hauptstelle Konstanz aus mit betreut hatte.

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Eine kleine Filmdokumentation von Benito Gutmacher, der Shmuel Blumberg noch persönlich kennenlernen durfte, vermittelte eine authentische Begegnung mit dem malenden Kantor, wie er gerne genannt wird. Die Ausstellung ist noch bis Ende des Jahres 2013 im Jüdischen Gemeindezentrum in der Nußmannstr. zu besichtigen. (Dienstag und Donnerstag von 14.00 bis 17.00 Uhr)

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Zu den weiteren Veranstaltungen, die den Besuchern die Möglichkeit gaben, Brauchtum und Geschichte der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger kennen und verstehen zu lernen, zählten zwei Führungen durch die Synagoge mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Klaus Teschemacher am Vormittag, der sich auch Stadtrat Professor Dr. Schuchmann anschloss, und mit Dr. Peter Wallach am Nachmittag, ein offenes Singen mit dem Chor der Israelitischen Gemeinde Freiburg unter Leitung von Chorleiter Vladislav Belinskiy, der unterstützt wurde von Arkadi Weinberg Elizaveta Belinskaya und IljaVoskoboinikov, und geführte Spaziergänge über den Jüdischen Friedhof an der Elsässer Straße mit Felix Rottberger und mit Ruben Frankenstein von der Universität Freiburg zu Zionistischen Spuren in Freiburg.

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Zum Abschluss des Kulturtages 2013 hatte der Vorstand der Gemeinde zu einem Konzert eingeladen, dass als musikalische Live-Performance die weltberühmten Lieder von Richard Tauber, dem großen jüdisch-österreichischen Tenor, der 1933 Nazi-Deutschland verlassen hatte und nach Großbritannien emigriert war, nochmals erklingen ließ.

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Mit großer Freude und auch Ergriffenheit ließen sich die Zuhörerinnen und Zuhörer im Gertrud-Luckner-Saal von den Interpreten Claudia Heilmeyer, Tatjana Schwarzkopf, Richard Doust, Wolfram B. Meyer und Romeo Knöbel in die Welt der Operette und in das Leben eines ihrer größten und berühmtesten Künstler entführen.

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