Gedenkfeier 75. Jahrestag der Reichspogromnacht

Am 10. November 2013 erinnerte die Israelitische Gemeinde Freiburg im Gertrud-Luckner-Saal ihres Gemeindezentrums mit einem Gedenkakt an die Reichspogromnacht 1939 im Nazi-Deutschland. Für diese Veranstaltung konnte die Vorstandsvorsitzende Irina Katz als Hauptredner Dr. Heinrich Schwendemann, Dozent am Historischen Seminar der Universität Freiburg, zu dem Vortragsthema "Das Jahr 1938 - Radikalisierung der nationalsozialistischen Judenverfolgung" begrüߟen. Zunächst hieߟ Irina Katz die zahlreich erschienenen Besucher willkommen und verlas ein Schreiben des Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Graumann, der in seinem Brief u.a. mit Nachdruck betont, dass der 9. November 1938 nicht nur als Datum in den Geschichtsbüchern existieren oder gar ganz in Vergessenheit geraten darf, sondern dass dieser Tag mit einem emotionalen Gedenken der Menschen verbunden sein sollte. Zum Abschluss des Vortrags intonierte Dana Bostedt (Violine) begleitet von Shih-yu Tang (Flügel) das Musikstück Baal Shem -€“ Nigun von Ernest Bloch.

 

Dr. Schwendemann umriss zu Beginn seines Vortrages in einem kurzen Blick auf die Anfänge der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 die schon da deutlich erkennbaren antijüdischen Tendenzen in Politik und Gesellschaft und entwickelte anschlieߟend in einer überzeugenden Darstellung den Prozess einer zunehmenden Radikalisierung der politischen Machthaber in der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung. In einzelnen Exkursen zeigte er auch die jeweilige Situation in Freiburg auf.

 

Im Anschluss an die hochinteressanten und informativen Ausführungen boten die Künstlerinnen und Künstler des Ensembles Kol Hatikwa Elizaveta Belinskaya (Cello), Leonid Alpert (Klavier) und Vladislav Belinskyi (Bariton) jüdische religiöse und weltliche Lieder aus Werken von Chopin, Massenet, Schubert dar. Durch das Konzert führte Lea Freisinger-Geist.

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