Jom Ha'Atzmaut

Roswitha Strüber

 

 

In diesem Jahr am 15. April feierte der Staat Israel seinen 65. Geburtstag. Als am 14. Mai 1948 der erste Premierminister David Ben Gurion die Unabhängigkeitserklärung für den neuen jüdischen Staat verkündete, herrschte Stolz und große Freude bei allen jüdischen Menschen auf der ganzen Welt. Denn mit dem offiziellen Ende der britischen Mandatszeit und der Gründung eines eigenen Staates erfüllte sich für die jüdische Volksgemeinschaft ein langgehegter Traum nach Selbstbestimmung in einem eigenen Land. Seitdem begeht die israelitische Bevölkerung dieses Ereignis als ihren Nationalfeiertag.

Sie feiert ihn landesweit mit fröhlichen Festen und Partys in Familien und Freundeskreisen auf den Straßen, Plätzen und an den Ausflugsorten. Die jüdischen Gemeinden im Ausland nehmen diesen Tag zum Anlass , ihre innige Verbundenheit mit Israel zu dokumentieren. Auch die Israelitische Gemeinde Freiburg feierte in ihren Räumen am 15. April mit einer festlichen Veranstaltung und einer sich anschließenden fröhlichen Party den Gründungstag Israels.

Der Geburtstagsfeier voraus ging jedoch zunächst ein Gedenken der Menschen, die als Kriegs- und Terroropfer für das Land Israel ihr Leben lassen mussten. Rabbiner Radbil sprach deshalb jeweils ein Gebet für die gefallenen Soldaten und getöteten Zivilpersonen, für den Staat Israel und für die Soldaten, die für die Sicherheit Israels aktuell im Einsatz sind. In ihrer Begrüßungsrede hatte die Vorstandsvorsitzende Irina Katz zuvor bereits auf diesen Zusammenhang hingewiesen. Sie sagte wörtlich: "Wie die Menschen in Israel in der Vergangenheit immer wieder leidvoll erfahren mussten, lassen sich schreckliche Kriegsereignisse und Terrorismus nicht aus ihrem Alltag ausblenden. Deshalb sind die Erinnerungen daran ständig in den Gedanken präsent, auch bei feierlichen Ereignissen. Denn Trauer und Freude liegen leider sehr oft dicht beieinander."

Danach begrüßte Frau Katz Stadtrat Michael Moos, der in Vertretung des verhinderten Oberbürgermeisters Dr. Dieter Salomon ein Grußwort der Stadt Freiburg sprach und nicht verhehlte, dass er diese Aufgabe besonders gerne übernommen habe, da er selber auch in einem jüdischen Elternhaus aufgewachsen sei.

Den folgenden Festvortrag hielt der Vorsitzende des Vereins "Freundeskreis Städtepartnerschaft Freiburg  - Tel Aviv", Johannes Reiner, der seit vielen Jahren mit großem Engagement Freiburger Reisegruppen nach Israel führt. Wie Frau Katz in ihrer Eingangsrede angekündigt hatte, lenkte Herr Reiner in seinem Vortrag zunächst den Blick zurück auf die Anfänge der israelischen Staatsgründung mit all ihren Problemen und Schwierigkeiten, um danach eine Initiative in den Mittelpunkt seiner Ausführungen zu stellen, das sogenannte "Memorandum of Understanding", das im Oktober des Jahres 2012 von den Oberbürgermeistern der Städte Tel Aviv und Freiburg, Dr. Huldai und Dr. Salomon, gemeinsam unterzeichnet wurde. Diese Vereinbarung verpflichtet die politisch Verantwortlichen beider Städte, Themen wie Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Verkehrsplanung, Schule und Kultur partnerschaftlich zu diskutieren und daraus resultierende positive Ergebnisse nach Möglichkeit in ihren jeweiligen eigenen Verantwortungsbereichen umzusetzen. Mit großem Interesse nahmen die anwesenden Gemeindemitglieder und eingeladenen Gäste diese innovativen Entwicklungen wahr. Im Anschluss an den Festvortrag lud die Vorsitzende des Gemeindevorstandes Irina Katz die Anwesenden zu einem Empfang ein, nicht ohne zuvor den jungen Solisten David Korotine (Gitarre) und Dana Bostedt (Violine) für ihre berührenden Interpretationen von Leonhard Cohens "Hallelujah" und Naomi Schemers "Jeruschalajim schel Sahav - Jerusalem aus Gold" auch im Namen der begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörer herzlich zu danken.

Für den Abend hatten Frau Katz und ihre Vorstandskollegen die deutsch-israelische Sängerin Maya Saban mit ihrer Band aus Berlin für ein Konzert im Gertrud-Luckner-Saal des Gemeindezentrums eingeladen. Mit ihrer Musik und ihrem begeisterungsfähigen Temperament schaffte es die Künstlerin problemlos, die jugendlichen und auch älteren Zuhörerinnen und Zuhörer in eine allgemeine Partystimmung hinüber zu führen.

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