Purim (24. Februar 2013 / 14. Adar 5773)

Immer am 14. Adar, dem sechsten Monat im jüdischen Kalender, feiern die Juden überall auf der Welt das Purimfest. In diesem Jahr 2013 ist das der 24. Februar (14. Adar 5773). Dieser Tag ist für die jüdischen Menschen ein Tag der Freude, der fröhlich und ausgelassen in den Gemeinden gefeiert wird in Erinnerung an eine glücklich überstandene Gefahr. Von diesem Ereignis erzählt das Buch Esther, das eine der fünf Festrollen im jüdischen Tanach ist. Darin wird berichtet, dass der persische König Achaschwerosch infolge der intrigenhaften Machenschaften seines obersten Ministers Haman den Befehl gegeben hatte, alle im persischen Reich lebenden Juden zu vernichten. Den Tag, an dem der königliche Befehl überall im Land ausgeführt werden sollte, hatte Haman durch das Werfen von Losen festgelegt. Lose heißt auf Hebräisch purim und von diesem Ereignis erhielt der Gedenktag später seinen Namen.

 

Einige Zeit zuvor hatte Mordechai, ein hoher jüdischer Beamter in Diensten des persischen Hofes, dem König Achaschwerosch das Leben gerettet. Er war zugleich auch der Adoptivvater von Esther, die, obwohl eine Jüdin, die Frau des Herrschers und somit auch Königin über Persien war. Um ihr Volk zu retten erinnerte Esther den Perserkönig an die Tat Mordechais und informierte ihn über die Intrigen Hamans. Daraufhin hob Achaschwerosch seinen Befehl zur Tötung aller Juden auf und lies stattdessen Haman für seine bösen Absichten bestrafen. Die im persischen Reich lebenden Juden erhielten vom König die Erlaubnis, sich gegen ihre Feinde zur Wehr zu setzen und sie zu töten.

 

Der Purim-Gedenktag ruft zwar den jüdischen Menschen deutlich ins Bewusstsein, in welcher Gefahr sich ihr Volk damals befunden hatte, vor allen Dingen aber richtet er das Augenmerk auf die Errettung und auf die Befreiung der Vorfahren. Folglich gibt es auch im Buch Esther die Anweisungen, dass aus Freude über die Rettung ein Festmahl abzuhalten ist, dass man sich gegenseitig mit Speisen beschenken soll und dass den Armen Spenden zu geben seien.

 

Die Bräuche, die am Purim-Tag in den einzelnen Gemeinden gepflegt werden, sind unterschiedlich und vielfältig. Die Freiburger Israelitische Gemeinde feierte das Gedenken an dieses Ereignis mit mehreren verschiedenen Veranstaltungen. Vorab brachten Angehörige der Gemeinde allen älteren Mitgliedern Purim-Geschenke (u.a. Hamantaschen, Granatäfel, Grapefruit und Gebäck) nach Hause. Dann begannen die Gedenktage am Donnerstag, den 21. Februar (11. Adar) mit dem jüdischen Puppentheater „Bubales“ aus Berlin unter der Leitung von Shlomit Tulgan. Die Künstler boten eine eigene Interpretation der Purim-Geschichte für Kinder und für Erwachsene. Am Samstag, den 23. Februar (13. Adar) feierte die Gemeinde Schabbat Sachor, anschließend führten Schauspielerinnen und Schauspieler aus Freiburg und Emmendingen ein Purim-Spiel auf und brachten ihre Auslegung der Esther-Geschichte zur Darstellung. Der Sonntag, der 24. Februar (14. Adar) begann mit Schacharit Schemot, beendet wurden die Gedenktage am Abend mit einem Purim-Ball, zu dem Boris Rosenthal mit seiner Band gespielt hat. Ein detailliertes Programm mit allen Veranstaltungen ist im Internet auf der Homepage der Israelitischen Gemeinde veröffentlicht. Außerdem ging es allen älteren Mitgliedern zusammen mit den Geschenken zu.

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