Tu BiSchwat (15. Schwat 5773 / 25. Januar 2013)

Das „Neujahr der Bäume“ - Tu BiSchwat hat in der jüdischen Tradition eine lange Geschichte. Es fällt auf den 15. Tag des jüdischen Monats Schwat und markiert den Stichtag, an dem nach den Vorschriften der Thora die Abgaben des zehnten Teils der geernteten Früchte der Felder und Bäume an die Armen und an die Priesterschaft entrichtet werden mussten. Das Datum hat seinen Ursprung im landwirtschaftlichen Kalender des alten Israel. Denn jetzt enden der Winter und die Regenzeit und die Bäume erlangen neue Kraft, um ihre Früchte in den folgenden Monaten zu entwickeln. In gedanklicher Verbindung hierzu ist es im jüdischen Brauchtum seit Jahrhunderten üblich, an diesem Tag verschiedene Früchte- und Obstsorten, die im Land Israel wachsen, gemeinsam zu essen. Im Laufe der langen Tradition haben sich mit dieser Bedeutung aus der Ursprungszeit aber auch neue Sinnzusammenhänge verbunden. So ist Tu BiSchwat heute in Israel der Tag des Umweltschutzes, an dem vor allem die Schüler neue Bäume anpflanzen und über die fortschreitende Zerstörung der Umwelt durch Wirtschaft und Industrie informiert werden.

 

Wie eine Vielzahl Jüdischer Gemeinden hat auch die Gemeinde in Freiburg in diesem Jahr Tu BiSchwat, das Neujahr der Bäume, am 25. Januar gefeiert. Nach dem G`ttesdienst versammelten sich die Mitglieder im Gertrud-Luckner-Saal des Gemeindezentrums, um zusammen mit dem Rabbiner an besonders schön hergerichteten Tischen den feierlichen Tu BiSchwat-Seder zu begehen. Dazu konnte die Vorsitzende Frau Katz neben anderen Gästen auch zahlreiche Studentinnen und Studenten zu dem Fest begrüßen. Nach einer kurzen grundlegenden Einführung zur Bedeutung des TuBiSchwat-Tages sprach Herr Rabbiner Avraham Radbil die für den Anlass entsprechenden Segenssprüche und führte durch den Seder. Er erklärte schrittweise die jeweiligen symbolhaften Handlungen, wie zum Beispiel der Wein getrunken und die Früchte gegessen werden, und stellte die Bezüge zur Lebensrealität her. Mit Liedern und intensiven Gesprächen klang der Abend aus.

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