Chanukkia und Weihnachtsbaum am Brandenburger Tor Symbole für Frieden und Versöhnung

Text und Fotos: Roswitha Strüber

Seit Dienstagabend, den 16. Dezember standen sie wieder für acht Tage nur wenige Schritte voneinander entfernt vor dem Brandenburger Tor in Berlin: ein jüdischer Chanukka-Leuchter und ein christlicher Weihnachtsbaum. Bereits zum zehnten Mal verkündeten beide gemeinsam für eine kurze Zeit mit ihren Lichtern die Botschaft von Frieden und Versöhnung, unübersehbar und für die Einheimischen und die vielen Besucher aus aller Welt als mahnende Zeichen.

In einem feierlichen Zeremoniell vor hunderten von Zuschauern wurde das jüdische Lichterfest Chanukka an Erew Chanukka mit dem Entzünden des großen Leuchters vor dem Brandenburger Tor eröffnet. Aufgerufen dazu hatte wie in den Jahren zuvor Chabad Berlin und den Bundesminister des Innern, Dr. Thomas de Maiziere, eingeladen, als Ehrengast das Zünden der ersten Kerze zu übernehmen. Vor zahlreichen weiteren Ehrengästen aus Politik und Gesellschaft betonte der Minister in seiner Grußansprache die Bedeutung dieser Feierstunde. Denn darin zeige sich, dass jüdisches Leben und jüdische Kultur nach den schrecklichen Verfolgungen durch das Nazi-Regime wieder ihren selbstverständlichen Platz in der deutschen Öffentlichkeit zurückgefunden haben, eine unverzichtbare Bereicherung für das kulturelle Leben in Deutschland. Auch alle folgenden Redner, so der neue Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, und Staatsministerin Maria Böhmer erinnerten an die Willkürherrschaft des NS-Staates und forderten unmissverständlich, jeglicher Art von Diskriminierung und Rassenverfolgung rechtzeitig energisch entgegenzutreten. Deshalb war es wichtig und wertvoll, dass beide, Chanukkia und Weihnachtsbaum, mit ihrer großen Symbolkraft an diesem geschichtsträchtigen Ort, den das Brandenburger Tor für Deutschland und Europa darstellt, zusammen ein deutliches und nicht zu übersehendes Zeichen des Friedens setzen.

Für die musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgten die Band des Jüdischen Gymnasium Moses Mendelssohn unter der Leitung von Boris Rosenthal und der bekannte Kantor Tzudik Greenwald, der für seine Interpretation der Chanukka-Lieder begeisterten Applaus erhielt.

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