Das Rebhaus - eine Freiburger Familientragödie

Ausstellungseröffnung und Vortrag im Freiburger Jüdischen Gemeindezentrum

Roswitha Strüber

Am 1. Mai 2014 lud die Vorstandsvorsitzende der Israelitischen Gemeinde Freiburg, Irina Katz, zu der Eröffnung einer Ausstellung "Das Rebhaus an der Freiburger Wonnhalde - Glanz und Niedergang" in die Räume des Gemeindezentrums in der Nussmannstr. 14 ein. Auf mehreren Stelltafeln werden die Besucher über das tragische Schicksal der imponierenden Anlage des Sanatoriums und Kurhotels "Rebhaus" an der Wonnhalde und seiner jüdischen Eigentümerfamilie Lasker informiert.

 

 

Zur Einführung in die Ausstellung, die noch bis zum 31. August 2014 geöffnet ist, referierte Andreas Meckel, Mitinitiator der Freiburger Stolperstein-Aktion, sehr kompetent und kenntnisreich über die einzelnen Entwicklungsepochen des Laskerschen Anwesens von der Gründung bis zur Aufgabe des einst florierenden Unternehmens durch die rassenfeindlichen Nachstellungen der Nationalsozialisten im Jahre 1935. Die Stadt Freiburg wurde dadurch der Chance beraubt, sich zu einer prosperierenden Bäder- und Kurstadt zu entwickeln. Heute existieren an der Wonnhalde nur noch Teile der einst auch architekturgeschichtlich äußerst interessanten Anlage in unterschiedlicher Nutzung.

 

 

In einem zweiten Teil seines Referates warf Andreas Meckel einen kurzen Blick auf die weitere Geschichte der Familie Lasker. Finanziell ruiniert und gesellschaftlich geächtet durch die Anfeindungen der Nazis, verließ die Familie 1933 Deutschland unter Zurücklassung ihres Besitztums und emigrierte über die Schweiz und Italien nach Israel und Amerika. Jahre 2007 wurde auf Meckels Initiative hin an der Stelle des ehemaligen Rebhauses eine Gedenktafel aufgestellt.

 

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