Synagogen-Besuch in Wiesbaden und Mainz

3. und 4. Februar 2014

Roswitha Strüber

 

Am 3. und 4. Februar 2014 führte eine zweitägige Reise die Israelitische Gemeinde Freiburg nach Wiesbaden und Mainz zum Besuch der dortigen jüdischen Gemeinden. Rund siebzig Gemeindemitglieder und Gäste trafen sich am späten Vormittag zur Abfahrt mit dem Bus vor dem Freiburger Konzerthaus. Die beiden Gemeindevorstände Irina Katz und Michael Kimerling begrüßten die Teilnehmer und stellten ihnen Frau Sofia Engelhardt vor, die für die folgenden zwei Tage die Gruppe als Reiseführerin und zugleich als Dolmetscherin begleitete. Frau Engelhardt lebt in Mannheim und ist ein langjähriges Vorstandsmitglied der dortigen jüdischen Gemeinde.

 

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Nach Erreichen des Tagesziels Wiesbaden und Beziehen der Zimmer in einem Hotel im Stadtzentrum erhielt die Reisegruppe die Möglichkeit zu einer Sonderführung durch die Säle des Wiesbadener Stadtschlosses und des angrenzenden Neubaus des Hessischen Landtages. Die prunkvoll und kostbar ausgestatteten Räume des Schlosses, das in den Jahren um 1840 als Residenz für die Herzöge von Nassau gebaut worden war, faszinierten die Besucher schon mit dem Betreten des Treppenhauses, zumal der integrierte Tagungs und Arbeitstrakt des hessischen Parlaments mit seiner strengen und rein funktionalen Bauweise im unmittelbaren Gegensatz zu den herrschaftlichen Repräsentationsräumen steht. Am Ende des Rundgangs durch Schloss und Landtag konnten sich die Besucher in der Ausstellung "Der Weg nach Auschwitz" über die Deportation der Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz informieren.

 

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Der Abend war einem ganz besonderen Ereignis vorbehalten. Im Wiesbadener Kurhaus gastierte Dmitri Hvorostovsky, weltbekannter und berühmter russischer Bariton, der auf allen großen Bühnen in Europa und Amerika schon aufgetreten ist. Auf sein Soloprogramm mit Werken von Tschaikowski, Rachmaninow, Mussorgski und Liszt unter der Begleitung von Ivari Iljar am Flügel freuten sich die Reiseteilnehmer ganz besonders. Im Friedrich von Thiersch-Saal, wohl einem der prunkvollsten Festsäle Deutschlands, verfolgten alle das begeisternde Liedprogramm eines außergewöhnlichen Sängers und genossen ein nicht alltägliches Musikerlebnis. Als Wertschätzung seiner großen musikalischen Begabung überreichte Frau Irina Katz dem gefeierten Künstler am Ende seines Liedvortrages im Namen der israelitischen Gemeinde Freiburg ein ausgesucht schönes Blumenbukett.

 

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Der Dienstagmorgen begann mit einem von Frau Engelhardt begleiteten Stadtrundgang durch Wiesbaden, der am Hessischen Staatstheater und an der Marktkirche mit dem davor stehenden Standbild Wilhelm I, dem Vater der Niederlande, vorbei über den Schlossplatz durch die Altstadt bis zum Kurhaus und Kurpark führte. Eine anschließende kurze Fahrt mit dem Bus brachte die Freiburger Gruppe hinauf auf den Neroberg zur Russisch-Orthodoxen Kirche, deren fünf goldene Kuppeln weithin sichtbar sind. Frau Engelhardt hatte für eine besondere Besichtigungsmöglichkeit gesorgt, so dass auch die reiche Innenausstattung bewundert werden konnte.

 

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Für den Mittag hatte die Vorsitzende Irina Katz einen Besuch in der jüdischen Gemeinde von Wiesbaden verabredet, zu dem der dortige Geschäftsführer Steve Landau die Besucher sehr herzlich empfing. Nach einem reichhaltigen und leckeren Mittagessen, das unter der Obhut von Frau Chovitsch durch das Küchenpersonal liebevoll zubereitet war, informierte Herr Landau über die Geschichte und die heutige Situation des Wiesbadener jüdischen Lebens. In diesem Zusammenhang wies Herr Landau auch auf die große architektonische Verwandtschaft hin, die zwischen der zuvor besichtigten Russisch-Orthodoxen Kirche und der alten in der Pogromnacht 1938 zerstörten Synagoge am Michelsberg bestand, da beide G'tteshäuser nach den Plänen desselben Architekten Philipp Hoffmann errichtet wurden.

 

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Auf ausdrücklichen Wunsch und zur großen Freude aller Anwesenden trug Herr Awraham Zeev Nussbaum, Rabbiner und zugleich Kantor der Synagoge, die zwei Lieder " Oseh shalom bimromav" und "Avinu scheba schamaim", das Gebet für den Staat Israel, vor. Beide Lieder sind Teil der jüdischen Liturgie und wurden von den Zuhörern gemeinsam unter der sympathischen Anleitung des Rabbiners, dessen großartige Stimme alle begeisterte, gerne mitgesungen.

 

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Oseh Shalom

עושה שלום

Oseh shalom bimromav

Hu ya'aseh shalom aleinu

V'al kol Yisrael

V'imru, v'imru amen

עושה שלום במרומיו

הוא יעשה שלום עלינו

ועל כל עם ישראל

ואמרו, אמרו אמן


Ya'aseh shalom, ya'aseh shalom

Shalom aleinu v'al kol Yisrael

Ya'aseh shalom, ya'aseh shalom

Shalom aleinu v'al kol Yisrael

יעשה שלום, יעשה שלום

שלום עלינו ועל כל ישראל

יעשה שלום, יעשה שלום

שלום עלינו ועל כל ישראל


Mit einem herzlichen Dankeschön für die aufrichtige Gastfreundschaft, verbunden mit einer ebenso herzlich durch die Vorstandsvorsitzende Irina Katz ausgesprochenen Einladung nach Freiburg, verabschiedete sich die Reisegruppe aus Wiesbaden.

Bevor die Heimreise angetreten wurde, führte die Fahrt noch auf die andere Rheinseite nach Mainz, der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz. Ziel waren zunächst die weltberühmten Chagall-Fenster in der Kirche St. Stephan, die 1978 als Beitrag zur jüdisch-deutschen Verständigung von Marc Chagall der Öffentlichkeit übergeben wurden, und anschließend das 2010 eingeweihte neue jüdische Gemeindezentrum mit Synagoge, das durch seine außergewöhnliche und symbolträchtige Architekturform die besondere Aufmerksamkeit auf sich zieht. In einem kurzen, aber sachkundigen Vortrag, den Frau Engelhardt mit dem ihr eigenen Charme ins Russische übersetzte, informierte die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz Frau Schindler-Siegreich über die Baugeschichte des Gemeindezentrums und über die jüdische Geschichte der drei Schuma-Städte am Rhein, Speyer, Worms und Mainz.

 

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Während Frau Sofia Engelhardt, von allen mit einem herzlichen Dank für ihre kenntnisreiche und menschlich angenehme Führung bereits in Mannheim verabschiedet wurde, brachte Herr Walter Volker Filigran die Reiseteilnehmer wohlbehalten nach Freiburg zurück. Mit freundlichen Worten dankte Frau Katz Herrn Filigran für seine verantwortungsvolle und sichere Fahrweise und vor allem auch für seine ständige und aufmerksame Hilfsbereitschaft während der gesamten Reise, verbunden mit dem ausdrücklichen Wunsch, Herr Filigran möge auch für eventuelle zukünftige Reisen der Gemeinde als Fahrer zur Verfügung stehen.

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