Chanukka 2015

Text und Fotografien: Roswitha Strüber

 

In der Zeit vom 7. bis 14. Dezember 2015 feierte das Judentum sein auf eine lange Tradition beruhendes achttägiges Chanukka-Fest. In diesen Tagen erinnern sich die jüdischen Menschen dankbar und mit besonderer Freude an ein Ölwunder vor mehr als 2000 Jahren, das es möglich machte, den zweiten Jerusalemer Tempel nach dem vorgeschriebenen Zeremoniell wieder einzuweihen. Denn der war durch die zwischenzeitlichen Nutzung als Zeus-Tempel entweiht und erst im Jahre 164 vor unserer Zeit durch den erfolgreichen Makkabäer-Aufstand wieder zurückerobert worden. Das wunderbare Ereignis von damals ist der geschichtliche Hintergrund für Chanukka oder, wie es auch genannt wird, für das Lichterfest, das alle jüdischen Menschen miteinander verbindet und überall gefeiert wird. Ein besonders schöner und sinnträchtiger Brauch hat sich in den letzten Jahren in Berlin entwickelt. Dort errichtet die jüdisch Gemeinde auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor eine mehrere Meter hohe Chanukkia, die neben dem hell leuchtenden Weihnachtsbaum auch mit ihrem Licht in der Dunkelheit strahlt.

An Erew Chanukka, dem 6. Dezember, hatte die jüdische Gemeinde um 18.30 Uhr zum Anzünden der ersten Kerze in ihr Gemeindezentrum eingeladen. Zahlreiche Gemeindemitglieder, Freunde und Gäste waren der Einladung gefolgt und erlebten mit, wie Markus Engelhardt, Dekan der Evangelischen Kirche Freiburg, gemeinsam mit Dr. Gertrud Rapp, Rechtsdirektorin im Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg, an der Chanukkia im Synagogenraum das erste Licht zum Leuchten brachte. Rabbiner Mark Pavlovsky und Kantor Elie Botbol mit seinen Söhnen gestalteten den liturgischen Teil.

 

Das Klezmer-Quartett aus Heidelberg begleitete die feierliche Zeremonie mit fröhlicher Musik. Eine weitere Chanukkia, vor kurzem fertiggestellt von einem Künstler aus der Freiburger Gemeinde, wurde wenig später vom Gesandten von Chabad Lubavitsch Yakov Gitler im Treppenhaus entzündet.

Die Heidelberger Klezmer Musiker waren es auch, die mit einem Konzert den Vorabend des Chanukka-Festes ausklingen ließen.

Von den Kindern sehnlichst erwartet fand wenige Tage später am Sonntag im großen Gemeindesaal das Chanukka-Fest für die jüngeren Gemeindemitglieder statt. Mit Spielen, Basteln, gemeinsamen Singen und natürlich auch leckeren Sachen zum Essen ging der Nachmittag viel zu schnell vorbei.

 

Nach dem Anzünden der achten und letzten Kerze an der Chanukkia am Montag, den 14. Dezember fanden die Tage des jüdischen Lichterfestes mit einem großen Ball im Gertrud-Luckner-Saal ihren Ausklang. Die Vorstandsvorsitzende Irina Katz hatte dazu die in der Freiburger Gemeinde beliebte und schon aus früheren Auftritten gut bekannte Berliner Band von Boris Rosentahl eingeladen.

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