Denkmal für die ermordeten Juden in Berlin - Festakt zum zehnten Jahrestag der Einweihung

Text / Fotografien Roswitha Strüber

 

Am 7. Mai 2015 luden die Stiftung und der Förderkreis „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ zum Festakt  anlässlich des zehnten Jahrestages der Übergabe des Denkmals an die Öffentlichkeit nach Berlin ein. Auf persönliche Einladung nahm die Vorstandsvorsitzende der Israelitischen Gemeinde Freiburg an dieser bedeutsamen Veranstaltung vor der zentralen Holocaust-Gedenkstätte Deutschlands nahe dem Brandenburger Tor teil.

 

Mit einem Grußwort  drückte der Präsident des Deutschen Bundestages  Professor Dr. Norbert Lammert, gleichzeitig auch Vorsitzender des Kuratoriums, seine Wertschätzung für das große und beharrliche Engagement aller aus, die an der Errichtung des Monuments beteiligt waren, und er betonte, dass der Staat es als seine Aufgabe betrachten muss, sich angesichts der deutschen Vergangenheit mit diesem Mahnmal und mit dem ihm eigenen Symbolcharakter zu identifizieren. Wörtlich sagte der Bundestagspräsident: „Wenn es so etwas wie Erinnerungskultur gibt, muss sie aus der Mitte der Gesellschaft wachsen und dort lebendig sein.“ 

 

Mit einem „Blick zurück“ erinnerte die Initiatorin des Denkmals Lea Rosh, Fernsehjournalistin und Publizistin, auf die Genese des Mahnmals und an seine Bedeutung für die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen im Dritten Reich. Nach kurzen Wortbeiträgen der beiden Zeitzeugen Ingeburg Geißler aus Erfurt und Dr. Marian Turski aus Lodz, die darauf hinwiesen, dass dieses Denkmal den Menschen den Sinn des Kampfes gegen Rassismus, Antisemitismus, Gewalt, Hass und jede Form von Diskriminierung verstehen lässt, richtete der Präsident des Zentralrats der Juden Dr. Josef Schuster seinen „Blick nach vorn“, verbunden mit dem Wunsch, dass gerade die junge Generation auch in Zukunft die Erinnerung an die Vergangenheit wach hält.

 

Am Ende der Gedenkfeier hatten drei Schüler eines Berliner Gymnasiums die Gelegenheit, ihre Gedanken zum Mahnmal vorzutragen und ihre Hoffnung zu äußern, dass es die Besucher zu eigenen Überlegungen und zu tieferem Nachdenken anregen möge. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt durch das bekannte Vogler-Quartett mit Stücken von Erwin Schulhoff und Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Zurück