Gedenkfeier für die Opfer des Holocaust im Landtag von Baden-Württemberg

Text und Fotografien Roswitha Strüber

Im Jahre 2005 erklärten die Vereinten Nationen den 27. Januar, den Tag, an dem die Sowjetische Armee 1945 das Konzentrationslager Auschwitz befreite, zum Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust. Zum 70. Jahrestag dieses Geschehens gedachte der Stuttgarter Landtag in einer zentralen Gedenkfeier an die unfassbare Zahl der Opfer des Nationalsozialismus. Auch die Vorstandsvorsitzende der Israelitischen Gemeinde Freiburg nahm an dieser Gedenkveranstaltung teil.

 

Zuvor kamen die Mitglieder des Landtags und Vertreter verschiedener Opferverbände am Mahnmal vor dem alten Schloss zu einem kurzen stillen Gedenken zusammen.

Bei ihrer Rede im Landtag erklärte Landtagsvizepräsidentin Brigitte Lösch, der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, aber auch die aktuellen Entwicklungen sollten Anlass sein, selbstkritisch zu reflektieren, wie sich die Gesellschaft mit den Menschheitsverbrechen der Nazis auseinandergesetzt habe und wie sie es zukünftig tun müsse. Der Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin, Professor Peter Steinbach, sprach in seiner Rede von der Verpflichtung eines Jeden, zum Zeitzeugen der Zeitzeugen zu werden. Nicht nur, um auch an das zu erinnern was geschehen sei, sondern um nicht zu vergessen, dass sich die Menschheit auch  jetzt vielen Herausforderungen stellen müsse.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte in seinem Redebeitrag, der Gedenktag setze zwar ein wichtiges Zeichen und schärfe die Sinne, entscheidend sei aber, dass diese Gedanken auch einen Platz im Alltag finden.

Schülerinnen und Schüler der Theater-AG des Robert-Bosch-Gymnasiums Gerlingen führten Ausschnitte ihres Films „Hinterm Berg“, der sich mit der Geschichte des KZ-Außenlagers Leonberg auseinandersetzt, vor und trugen sehr einfühlsam und sensibel ihre Eindrücke und Erlebnisse im Laufe der Produktion des Films vor.

 

Musikalisch wurde die Veranstaltung umrahmt von Preisträgerinnen und Preisträgern des Wettbewerbs „Jugend musiziert“.

Mit einer Schweigeminute sollte um zwölf Uhr ein Zeichen gesetzt werden gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Hierzu hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann  alle Landesbehörden aufgerufen

 

Im Haus der Katholischen Kirche  nutzten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung zum Konzentrationslager Natzweiler.

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