71. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg

Text und Fotos: Roswitha Strüber

Zur 71. Wiederkehr des Jahrestages der Kapitulation der deutschen Wehrmacht am Ende des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus und Faschismus erinnerte die israelitische Gemeinde Freiburg an den Sieg der Sowjetarmee über den Unrechtsstaat Hitlers. Am Sonntag, den 8. Mai hatte der Vorstand nachmittags zu einer Gedenkfeier in das jüdische Gemeindezentrum die Mitglieder  sowie Freunde und Gäste zu einer gemeinsamen Rückschau auf die Kriegsereignisse eingeladen. Die Vorstandsvorsitzende Irina Katz begrüßte die in großer Zahl erschienenen Anwesenden, von denen viele ihre militärischen Auszeichnungen der damaligen Zeit trugen. In ihrer Rede erinnerte die Vorsitzende unter anderem an das große Leid und die schmerzlichen Verluste, die die Gemeindemitglieder und ihre Familien durch die nationalsozialistischen Aggressoren erlitten haben.   

Später führten die Mitglieder des Gemeindechores unter Leitung von Vladislav Belinskiy  ein Theaterstück auf,  in dem Erlebnisse aus der Zeit des Krieges szenisch dargestellt wurden.

Rabbiner Mark Mordechai Pavlovsky lud zwischenzeitlich in den Betraum der Synagoge zum gemeinsamen Gebet des El male rachamim für die Toten und Gefallenen des Weltkrieges ein und betonte in seiner Rede, dass die Geschehnisse von damals niemals in Vergessenheit geraten dürfen.

Mit einem gemeinsamen Essen, mit der Ehrung der anwesenden Kriegsveteranen durch Blumen und Buchpräsente seitens der Vorsitzenden Irina Katz und mit anschließendem gemeinschaftlichen Beisammensein ging die Gedenkveranstaltung zu Ende.

Am nächsten Tag, am Montag, den 9. Mai, trafen sich Vorstand und Gemeindemitglieder zum Totengedenken zunächst auf dem Friedhof an der Elsässer Straße. Im Rahmen der Totenehrung zitierte Heinz-Udo Wegehaupt in seinem Redebeitrag Texte von Rainer Maria Rilke und lenkte die Gedanken auf die Frage nach dem Ursprung des Bösen im Menschen und nach dem unbegründeten Hass, der ihm innewohnt.

Es folgte der Besuch der Gräber, an denen von der Gemeinde rote Nelken niedergelegt wurden und die Vorstandsvorsitzende mehrmals die Namen der verstorbenen Veteranen verlas. Wenig später fand ein Gedenkakt in St. Georgen auf dem dortigen neu eingerichteten jüdischen Friedhof statt. Mit bewegenden Worten erzählten verschiedene Überlebende von ihren persönlichen Kriegserlebnissen und erinnerten an die unzähligen Leiden in der Zeit des Nazi-Terrors. Zur Ehre der verstorbenen Veteranen wurden ihre Gräber von der Gemeinde mit roten Rosen geschmückt. 

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