„Ja“ zum Erhalt der Fundamentreste der Alten Synagoge Eine Protestversammlung Freiburger Bürgerinnen und Bürger

Text und Fotos: Roswitha Strüber

Eine große Zahl Freiburger Bürgerinnen und Bürger versammelte sich am Donnerstag, den 10. November spätnachmittags vor dem Haupteingang des Stadttheaters, um nachdrücklich gegen den Umgang der Stadtverwaltung Freiburg mit den aufgefundenen Mauerresten der Alten Synagoge zu protestieren. Bei den Baumaßnahmen zur Umgestaltung des zentralen Platzes zwischen dem KG II der Universität und dem Theater waren Anfang Oktober bei Aushubarbeiten für eine Brunnenanlage Fundamentreste der 1938 in der Pogromnacht von den Nazis zerstörten Synagoge entdeckt und zur Vermeidung von Bauverzögerungen abgetragen worden. Dieses unsensible Vorgehen der städtischen Behörde mit den emotionsbeladenen Zeugnissen der eigenen jüngeren Stadtgeschichte löste nicht nur bei den beiden jüdischen Gemeinden äußerste Betroffenheit aus. Auch eine große Zahl von Personen aus dem In- und Ausland, unter ihnen Nachkommen damaliger in den Konzentrationslagern umgekommener Freiburger Juden, kritisierte scharf die ohne jegliches Feingefühl getroffenen Maßnahmen der Stadtverwaltung und des Landesdenkmalamtes.

 

Mehr als 1500 Personen hatten im Vorfeld eine dementsprechende Petition mitgetragen.  Maren Stümke, die Initiatorin der Petition zum Erhalt (und Wiederaufbau) der Mauerreste des 1938 zerstörten Synagogengebäudes am Originalplatz eröffnete die Aktion.  Redner der Protestkundgebung war Francois Blum aus Lyon angereist, dessen Vorfahren auch Mitglieder der Freiburger Synagogengemeinde waren und zu den  Opfern der 1940 nach Gurs Verschleppten gehörten. In seinem Beitrag wies Blum auf die Verantwortung heutiger Generationen hin, die Schrecken der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Deshalb müssten die aufgefundenen Fundamentreste der zerstörten Synagoge an ihrem Originalplatz belassen und für alle sichtbar gemacht werden. In gleicher Weise votierten auch Diane Lakein, angehende Rabbinerin, Christiane Wallesch-Schneller, Förderverein Blaues Haus Breisach und Gregor Mohlberg, Linke Liste Freiburg.

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