Jom Jeruschalajim 2016

Text und Fotos: Roswitha Strüber

In vielen jüdischen Diasporagemeinden, vor allem aber in Israel und Jerusalem, wird der Jom Jeruschalajim als Festtag begangen. Er wurde 1968 von der israelischen Regierung auf den 28. Ijar gelegt und wird seitdem alljährlich mit viel Emotionen gefeiert. Denn genau ein Jahr zuvor, am 10 Juni 1967, ging der Sechs-Tage-Krieg mit der Wiedervereinigung der beiden Teile Jerusalems zu Ende. Damit wurde der Zugang zur Klagemauer und zum Tempelberg für jüdische Menschen wieder möglich. Im Bewusstsein des jüdischen Volkes ist dieses Ereignis ein wichtiges und berührendes Datum, da zum ersten Mal seit dem Jahre 70 u.Z. die zentralen religiösen Orte unter israelischer Kontrolle stehen.

Vor diesem religiös so bedeutsamen Hintergrund hatte die Israelitische Gemeinde Freiburg am Sonntag, d. 5. Juni zu einem außergewöhnlichen Konzert mit Sharon Brauner und Karsten Troyke eingeladen. Der musikalische Abend stand unter dem  Motto „Ikh hob dikh tsufil lib“ und war vor allem dem jiddischen Liedgut gewidmet. Mit viel Charme und feinem Humor führten die beiden Künstler ihr Publikum in dem voll besetzten Gertrud-Luckner-Saal durch eine breite Palette jiddischer populärer Lieder, Tangos und Cabaret-Songs. Dabei konnte Sharon Brauner, auch bekannt aus zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen, mit ihrer großartigen Stimme und ihrer sympathischen Art der Präsentation gleichermaßen begeistern. Karsten Troyke erwies sich einmal mehr als unverwechselbarer Botschafter jiddischer Songkultur, dessen Repertoire und Kreativität unbegrenzt scheint.

Ihnen standen mit Daniel Weltlinger (Violine) und Harry Ermer (Flügel) zwei herausragende Instrumentalkünstler zur Seite, die auf vielen Bühnen im In- und Ausland zu Hause sind. Umrahmt war das Konzert zu Beginn durch das berühmte und ergreifende „Yerushalayim shel Zahav“, geschrieben kurz vor Ausbruch des Sechs-Tage-Krieges, und durch die israelische Nationalhymne ha Tikwa zum Schluss. Beide Hymnen, auf die Stadt Jerusalem und das Land Israel, wurden von Sharon Brauner in berührender Weise interpretiert. 

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