Jom Jeruschalajim 2017

Text und Fotos: Roswitha Strüber

Seit der Wiedervereinigung Jerusalems im Juni 1967 haben jüdische Menschen wieder die Möglichkeit, ungehindert die Altstadt mit der Klagemauer zu besuchen und dort an ihrer heiligsten Gedenkstätte zu beten. Die außergewöhnliche Bedeutung dieses Ereignisses für das Judentum zeigt sich darin, dass das israelische Parlament am 23. März 1998 den Tag der Befreiung besonders hervorhob und als nationalen Feiertag festlegte. Nicht nur in Jerusalem und Israel, auch in der Diaspora wird dieser Tag in den Gemeinden gewürdigt und in Dankbarkeit begangen.

 

Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Freiburg hatte aus diesem Anlass am Donnerstag, den 25. Mai ein Konzert mit der israelischen Künstlerin Einat Betzalel im Gemeindezentrum arrangiert und die Gemeindemitglieder sowie die Freiburger Bürgerinnen und Bürger dazu eingeladen. Den mehr als 160 Besucherinnen und Besuchern – der große Gertrud-Luckner-Saal war bis auf den letzten Platz besetzt – bot die Künstlerin ein breit gefächertes Programm mit jüdischen Volksliedern, eigenen Songs, Gebeten und individuellen Interpretationen berühmter internationaler Songtitel. Mit ihrer grandiosen Stimme, aber auch mit ihrem Charme und ihrer Liebenswürdigkeit begeisterte Einat Betzalel ihr Publikum immer wieder.

Zuvor fand im Synagogenraum eine kurze Fest- und Gedenkstunde statt, in deren Mittelpunkt die Erinnerung an die Befreiung Jerusalems vor genau 50 Jahren stand. Nach der Begrüßung und einer Einführung durch die Vorstandsvorsitzende Irina Katz vergegenwärtigte Dr. Gertrud Rapp, Mitarbeiterin im Erzbischöflichen Seelsorgeamt Freiburg, in einem Überblick die damaligen politischen und militärischen Ereignisse, die zur Zusammenführung des Ost- Westteils von Jerusalem führten. Sie endete mit den Zeilen des Psalm 137, die von der Sehnsucht des jüdischen Volkes nach der Heimat Jerusalem künden.

In einem weiteren Beitrag skizzierte Lothar Strüber einige seiner persönlichen Eindrücke zweier Jerusalem-Aufenthalte und betonte die außergewöhnliche religiöse, aber auch politische Dimension der Klagemauer für das Judentum insgesamt. In einem kurzen Statement erwähnte Elli Kligler den aktuellen Besuch von Donald Trump in Jerusalem und sein Verweilen an der Klagemauer, eine einmalige Geste eines amerikanischen Präsidenten. Abschließend gedachte Kantor Moshe Hayoun der gefallenen israelischen Soldaten und betete das Avinu Malkenu – Unser Vater, unser König.

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