25 Jahre Neue Synagoge in Freiburg

Bereits im Mittelalter fand in Freiburg reges jüdisches Leben statt. Für die Ausbreitung der Pestepidemie im 14. Jahrhundert wurde den Mitgliedern der Gemeinde die Schuld angelastet, die meisten Gemeindemitglieder wurden deshalb umgebracht. Gegen Ende des Jahrhunderts waren wieder einige wenige Mitglieder in der Stadt ansässig. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden alle jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner aus Freiburg ausgewiesen.

 

Mitte des 19. Jahrhunderts konnten sich jüdische Gemeindemitglieder wieder in Freiburg niederlassen. Im Jahr 1925 zählte die jüdische Gemeinde 1.399 Mitglieder. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Situation für die in Freiburg lebenden jüdischen Bewohner wie überall in Deutschland immer schlimmer. Am 22.10.1940 begannen die Nazis in Freiburg lebende Juden zusammenzutreiben und nach Gurs zu deportieren. Von ihnen überlebten nur 77 Frauen, Männer und Kinder.

 

Vermutlich stand der jüdischen Gemeinde bereits im Mittelalter eine Synagoge zur Verfügung. In schriftlichen Überlieferungen wird zu Zeiten der Judenverfolgung während der Pestzeit 1349 eine Synagoge genannt, die im Bereich der heutigen Wasserstraße zu finden war. Im 19. Jahrhundert gründeten die jüdischen Gemeindemitglieder einen Betsaal im heutigen Hinterhaus zur Schusterstraße 27. Gleichzeitig wurde mit den Planungen bezüglich des Baus einer Synagoge begonnen, das Gebäude am Werthmannplatz konnte im Jahr 1869 begonnen und bereits ein Jahr später 1870 eingeweiht werden. Schon um die Jahrhundertwende war die Synagoge aufgrund der steigenden Anzahl der Gemeindemitglieder zu klein und wurde in den Jahren 1925 und 1926 umgebaut und vergrößert.

 

Beim Novemberpogrom wurde die Synagoge in der Werderstraße zerstört und abgebrochen.

 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrten wenige Juden nach Freiburg zurück, Anfang 1946 lebten 45 jüdische Personen in der Stadt. Für den ersten jüdischen Gottesdienst stellte die Stadt Freiburg den Kaufhaussaal zur Verfügung. 1946 befanden sich die Einrichtungen der Gemeinde in der Hansjakobstraße, 1953 wurde ein Betsaal in der Holbeinstraße eingerichtet, die engen Räumlichkeiten schränkten die Gemeinde bei der Durchführung von Veranstaltungen jedoch stark ein. In den Jahren 1985 bis 1987 konnte die Synagoge in der Nußmannstraße / Engelstraße gebaut werden, die Einweihung fand am 5.11.1987 statt.

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Zum 25-jährigen Jubiläum der neuen Synagoge hat die Israelitische Gemeinde Freiburg ein Jubiläumsbuch veröffentlicht.

Darin wird die Geschichte der jüdischen Gemeinden Freiburgs vom Mittelalter bis heute beleuchtet und die heutige Situation beschrieben. Reiche Bebilderung vermittelt einen lebendigen und unmittelbaren Eindruck vom Gemeindeleben.

 

Das Jubiläumsbuch ist im Gemeindezentrum zum Preis von € 15,- erhältlich.